Der Klang einer Tradition: Die Geschichte des Krummesser Spielmannszugs

Es war das Jahr 1950, als in der Schule von Krummesse eine Idee geboren wurde, die bis heute nachhallt. Die Lehrer Ihde und Pressler hatten eine Vision: einen Spielmannszug zu gründen. Mit großer Begeisterung nahmen die Kinder diese Initiative auf, und als die ersten Trommeln auf dem Bahnhof von Blankensee eintrafen, war die Freude riesig. Mit einem Handwagen wurden die Instrumente nach Krummesse gebracht, wo die ersten, noch etwas wackeligen Töne erklangen. Doch schnell wuchs die Begeisterung, und bald gesellten sich auch Hörner hinzu.

Der frisch gegründete Spielmannszug, bestehend aus 19 Jungen, erlebte bald seine ersten musikalischen Schritte. Die Flöten- und Trommelklänge wurden von engagierten Musikern wie Willi Krohn, W. Witt und Erich Derlien gelehrt. Mit Heinrich Eggert als Ausbilder fand der Klang des Spielmannszugs seine Form. Nach ersten Ausflügen saß der erste Marsch, und beim nächsten Kinderfest in Krummesse erklangen die stolzen Töne zum ersten Mal vor Publikum.

Die schmissige Marschmusik blieb nicht ungehört. In Berkenthin wurde man auf den jungen Spielmannszug aufmerksam und lud ihn zum dortigen Schützenfest ein. Eine Einladung, die zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders werden sollte. Die ersten Reisen erfolgten noch abenteuerlich mit Traktor und Anhänger, begleitet von viel Gelächter und guter Laune.

Doch die Jahre vergingen, und Anfang der 1960er geriet der Spielmannszug in eine schwierige Phase. Viele Mitglieder verließen aus beruflichen Gründen die Gruppe, und neuer Nachwuchs fehlte. Doch der Wille zur Musik blieb stark, und 1965 wurde eine wegweisende Entscheidung getroffen: Erstmals durften auch Mädchen beitreten. Was zunächst gewagt schien, sollte sich als glücklicher Wendepunkt erweisen. Unter der Leitung von Karl-Heinz Wobig begann ein neues Kapitel.

Mit frischem Elan wuchs der Spielmannszug wieder. 1967 führten zahlreiche Spielaufträge zu einem neuen Aufschwung, und die Ausbildung wurde von engagierten Musikern weitergeführt. 1975 war es dann soweit: Das 25-jährige Jubiläum wurde gefeiert! Stolze 42 Mitglieder zählte der Verein, und mit neuen Uniformen präsentierte man sich der Öffentlichkeit. Die Musik und der Gemeinschaftsgeist beflügelten die Spielleute, und es ging weiter bergauf.

Die folgenden Jahrzehnte brachten weitere Erfolge: Internationale Auftritte in Dänemark, Holland und Belgien, ein unvergesslicher Besuch des norwegischen "Grödem Skolekorp" und die Anschaffung der ersten eigenen Fahne im Jahr 1983. Immer wieder wurden neue Traditionen ins Leben gerufen, von einer eigenen Kegelgruppe bis hin zu einem Jugendvorstand, der seit 1985 das Vereinsleben bereichert.

1990 wurde das 40-jährige Bestehen mit großem Erfolg gefeiert, dokumentiert in einem eigens gedrehten Film. Auch in den Folgejahren blieb der Verein kreativ: Ein eigenes Maifeuer etablierte sich als fester Bestandteil des Dorflebens, und eine Campingfahrt zur französischen Partnergemeinde Bonningues Les Calais brachte kulturellen und musikalischen Austausch.

Das neue Jahrtausend begann mit einem grandiosen Fest: Zum 50-jährigen Jubiläum wurde eine neue Fahne geweiht, und ein dreitägiges Spektakel füllte Krummesse mit Musik und Freude. Gleichzeitig wurde die Nachwuchsförderung intensiviert, und viele junge Musiker fanden ihren Weg in den Verein.

Auch in den folgenden Jahren blieb der Spielmannszug aktiv: Die Teilnahme an Faschingsumzügen, Vereinsfahrten nach Amsterdam und musikalische Ausflüge in den Heidepark Soltau sorgten für Begeisterung. Seit 2007 steht den Mitgliedern ein neues Vereinsheim zur Verfügung, das als Treffpunkt und Erinnerungsort dient. 2008 übernahm Angelika Witt die Leitung und setzte die Tradition der Gemeinschaft und des musikalischen Engagements fort.

Mit den Jahren sank die Zahl der aktiven Mitglieder bis 2018 federführende durch Ronald Sager ein Relaunch des Vereins erfolgte. Der Spielmannszug Krummesse wurde zu "Die Durchstarter" umbenannt und präsentierte sich mit Schalmeien-Musik, modernen Liedern und Auftritt. Die Tradition des Miteinanders blieb jedoch unverändert. Der Relaunch wurde durch Großzügige Spenden und Förderungen ermöglicht, was wieder einmal die Verbundenheit der Krummesser Bürger mit ihrem Spielmannszug zeigte.

Das Jahr 2021 stellte den Verein vor eine seiner größten Herausforderungen. Die Corona-Pandemie brachte das Vereinsleben nahezu zum Stillstand. Proben, Auftritte und gemeinsame Veranstaltungen mussten ausfallen, und die Mitglieder konnten sich über lange Zeit nicht persönlich treffen.

Doch der Krummesser Spielmannszug hielt trotz der schwierigen Zeit zusammen. Virtuelle Treffen, kleine musikalische Aktionen aus der Distanz und eine starke Gemeinschaft sorgten dafür, dass der Verein nicht auseinanderbrach. Als es schließlich wieder möglich war, gemeinsam zu musizieren, war die Freude umso größer. Die ersten Proben nach der langen Pause waren emotional und zeigten, wie sehr die Musik und der Zusammenhalt fehlten.

Im Jahr 2022 konnte der Spielmannszug ein bedeutendes Kapitel in seiner Geschichte aufschlagen: Der Verein erhielt ein eigenes Gebäude für Lagerzwecke und interne Veranstaltungen. Das neue Domizil trägt den Namen „Wasserwerk“.

Doch das Gebäude zeigte sich nicht in perfektem Zustand. Es war gut gelegen, doch eine Renovierung war dringend nötig. Wie so oft nahmen die Mitglieder die Arbeit selbst in die Hand. Unter der Leitung von Ronald Sager und Sascha Gebauer wurde das „Wasserwerk“ Stück für Stück modernisiert. Viel Fleiß, Schweiß und Herzblut flossen in das Projekt, bis das Gebäude schließlich 2025 in neuem Glanz erstrahlte.

Wir üben jeden Dienstag

von 18 bis 20 Uhr

in der Grund- und Gemeinschaftsschule Stecknitz

1. Vorsitzender: Ronald Sager


23628 Krummesse